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» J

Jeet Kune Do

Chinesisch für „Weg der abgefangenen Faust“, ein moderner Kempô-Stil, der von Bruce Lee begründet wurde. Jeet Kune Do wurde ursprünglich aus dem Wingchun entwickelt, Bruce Lee wollte seinen Stil jedoch nicht als Kungfu definieren, sondern vielmehr alle Stilzwänge beseitigen. Deshalb ist Jeet Kune Do eine intuitive Annäherung an vorgegebene Situationen und ähnelt darum je nachdem dem Ringen, Boxen oder dem Karate. Das Gleiche gilt für die verwendeten Waffen.

Ji

Chinesisch für „Hellebarde“, „Dreizack“, auch Jih, Jyi, Ki oder Tsi. Ji schliesst die chinesische Streitaxt (Fu) und das langschaftige Breitschwert (Taidao) mit ein. Ji ist ein Überbegriff für viele voneinander abweichende Formen von Waffen. Unter diesem Begriff versteht man hauptsächlich Waffen mit langem Griff, die in China weit verbreitet und beliebt sind.


Zu den Ji gehören: Chinesische Hellebarden

Baijiandao achtschneidige Hellebarde
Beidadao grosser Säbel des Nordens
Bishou Hand der Gerechtigkeit
Chandao Schaufel-Hellebarde
Chui Keule
Dayue grosses Kriegsbeil
Fu Axt
Guandao Hellebarde von Guan Yin
Guojian Kampfhaken
Hucha Tigergabel
Ji einfache Hellebarde
Jiaocha Säbel-Hellebarde
Laoying toudao Adlerkopf-Hellebarde
Longcha Drachengabel


 

Luohan chandao Hellebarde der Arhate
Neijianchan nach innen gebogene Gabel
Peimeoucha Gabel mit Hakenspitzen
Qin Handbeil
Taidao Hellebarde mit Säbelklinge
Waijiancha nach aussen gebogene Gabel
Waijianchan Schaufel, umgekehrte Klinge
Wupa Kriegsharke
Xiantoudao Elefantenkopf-Hellebarde
Xiaochan kleine Gabel
Yue grosses Kriegsbeil
Zhuangji Doppel-Halbmond-Hellebarde
Zhuang-jiancha Gabel mit Doppelkopf-Klinge



Formen der Hellebarden



Jian oder Danjian (siehe Waffen – Bingqi)

Das gerade zweischneidige Schwert der chinesischen Kampfkünste. Chinesische Schwerter sind auf den Benutzer zurechtgeschnitten und sollen vom Nabel bis zum Boden reichen. Die Klinge besteht aus drei Abschnitten: der Teil an der Spitze ist äusserst dünn und rasiermesserscharf und kann daher leicht gebrochen werden. Er wird nur zum Angriff verwendet. Der mittlere Teil ist weniger scharf, dafür aber dicker und wird für ableitende Bewegungen benutzt. Der Teil nahe dem Griff wird verwendet, wenn grössere Kraft nötig ist. Charakteristisch für die chinesischen Schwerter sind die roten Quasten am Ende des Griffes. Das Schwert war das Symbol der chinesischen Würdenträger und durfte nur von ihnen getragen werden.

Im Schwertkampf kennt man vor allem kreisförmige Techniken, da die gerade Klinge genau solche Bewegungen erfordert, um effektiv einsetzbar zu sein. Die alten Meister versuchten, den Gegner nur mit der rasiermesserscharfen Spitze zu ritzen, so dass er ohne grössere Verletzungen verbluten musste.

Einige Schulen verwenden auch variabel geformte Klingen wie das Schlangenschwert (Shejian), das Hakenschwert (Wugoujian) oder das Doppelschwert (Shuangjian), das oft von Frauen geführt wird. Weiter gibt es noch das beidhändige Schwert (Shuangshoujian) und das gezähnte Schwert (Yuyajian), das oft mit „Giftzähne“ übersetzt wird.


Chinesische Schwertarten

Qixingjian Sieben-Sterne-Schwert
Shejian gespaltenes Schlangenschwert
Wenjian Zivilschwert


 

Wujian Militärschwert
Xiaogongjian Kleinschwert des Gerichtshofes
Yuyajian Schwert mit vergifteten Zähnen


zweischneidige chinesische Schwerter



Jingli oder Ching li

Die Begrüssung und Verbeugung, ein Ausdruck der Achtung und Respekts, den man gegenüber dem Lehrer, dem Mitübenden und dem Trainingsraum empfindet.

Jiujiebian oder Bian (siehe Waffen – Bingqi)

Die „neunteilige Peitsche“. Die Waffe besteht aus neun kurzen Metallstäben, die durch Ringe verbunden sind. An einem Ende befindet sich der Handgriff, am anderen Ende ist ein Metallgewicht befestigt.

Jiuwan taidao (siehe Waffen – Bingqi oder Ji)

Jiuwan taidao


Neunringiges, langschaftiges Breitschwert. Die Ringe auf dem stumpfen Rücken der Klinge wurden dazu benutzt, um beim Zurückziehen der Waffe tiefe Wunden zu reissen.

» K

Kempô

Kempô ist die japanische Bezeichnung für die chinesischen Kampfkünste.

Kungfu

Siehe Gongfu

» L

Lee, Bruce

Bruce Lee besuchte den Unterricht in der Wingchun-Schule von Yip Man. Er trainierte hart und machte schnell Fortschritte, bis er mit 16 Jahren von Yip Man wegen ständiger Raufereien von der Schule verwiesen wurden. Bald darauf wanderte er nach Amerika aus, wo er nach dem Studium eine Filmkarriere als Kungfu-Schauspieler begann. Nach seiner Rückkehr nach Hongkong drehte er noch weitere Filme, die das boomende Kungfu-Filmgeschäft begründeten. 1970 schrieb Bruce Lee das Buch „Tao of Jeet Kune Do„, in dem er seinen eigenen Stil schilderte. Sein Tod am 20. Juli 1973 wurde nie aufgeklärt.

Li

Chinesisch für rohe, körperliche Kraft. Li entsteht durch Konditions- und Muskeltraining. Im Taijiquan ist Li nicht erwünscht und soll nicht entwickelt werden.

Liangjiegun oder Nunchaku (siehe Waffen – Bingqi)

Kurze und unterbrochene Stöcke


„Zwei-Teile-Stock“. Die Waffe besteht aus zwei gleichlangen Stücken Hartholz, deren Länge (30 – 60cm) von der Unterarmlänge des Benutzers abhängt. Am äusseren Ende sind die Holzstücke etwas dicker, um das Gewicht zu vergrössern. Die beiden Teile sind durch eine ca. 10cm lange Schnur oder eine Kette verbunden. Diese Waffe entwickelte sich vermutlich aus dem Sanjiegun (Drei-Teile-Stock) und gelangte nach Japan, wo sie unter dem Namen Nunchaku bekannt wurde.

Long

Der „Dache“ist in China ein gutartiges Fabelwesen, das häufig dargestellt und in Geschichte behandelt wird. Er ist das Sinnbild des Yang und wird inmitten von Wasser und Wolken dargestellt, die die Kraft des Yin verkörpern. Er ist das Tier des Kaisers.

Nach dem Winter steigt er aus der Erde auf und erzeugt den ersten Regen, dann wird das Drachenfest gefeiert. Man stellt sich vor, dass, wenn der Drache mit seinem Ball oder seiner Perle spielt, der Regen entsteht. Der Drache ist sehr wandelbar, er kann sich klein machen wie eine Raupe oder auch riesengross.

Longquan

die Drachenfaust


Die „Drachenfaust“.

Longquan

„Drachenboxen“, ein erlesenes, aber wenig verbreitetes System aus der Provinz Fujian.

Der Stil des Drachen lehrt die Beherrschung des Qi, die Kontrolle der esoterischen Übungsaspekte. Seine Bedeutung liegt weniger im Kampf als auf der inneren Werdung des Übenden. Daher liegt ein grosser Akzent auf der Konzentration der Kraft im Dantian, der Atmung und der Kontrolle des Geistes. Der Drache kennt nur wenige Stellungen, jedoch eine grosse Kraft im Stand mit tiefer Atmung und ausgeglichenem Geist. Mit einer Hand versucht der Kämpfer zu greifen und zu hebeln, die andere ist immer zum Schlagen einsatzbereit. Meist sind die Hände zu Drachenklauen geöffnet, es werden jedoch auch Fäuste eingesetzt. Als Kampfschrei wird ein zischender „Drachenlaut“ verwendet.

Longxingquan

Das „Drachentierboxen“ – dieser Shaolin-Stil ist nicht identisch mit dem Longquan. Auch diese Kampfkunst wurde in einen südlichen und einen nördlichen Stil unterteilt. Der südliche Stil enthält grossräumige und eckige Bewegungen, seine Techniken betonen das ständige Zusammenziehen und Ausdehnen des Körpers (ein Drache konnte seine Grösse verändern) und werden in einer gesunden Mischung von Hart und Weich ausgeführt.

Longziwu

Der chinesische Drachentanz, eine alte Volkstradition und im weitesten Sinne ein Bestandteil des Gongfu.



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